Leite Regenwasser vom Haus weg – schütze Fundament und Abwasserkanal

Leite Regenwasser vom Haus weg – schütze Fundament und Abwasserkanal

Wenn es in Strömen regnet, denken die wenigsten Hausbesitzer darüber nach, wohin das Wasser eigentlich fließt. Doch große Niederschlagsmengen können schnell zu einem Problem werden: Wenn Regenwasser nicht richtig abgeleitet wird, kann es entlang des Fundaments versickern, Feuchtigkeitsschäden im Keller verursachen und die Kanalisation überlasten. Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Haus wirksam schützen – und gleichzeitig ein Beitrag zum Umweltschutz leisten.
Warum Regenwasser ein Risiko darstellt
In den letzten Jahren haben Starkregenereignisse in Deutschland deutlich zugenommen. Wenn der Boden gesättigt ist und die Kanalisation die Wassermassen nicht mehr aufnehmen kann, staut sich das Wasser rund um Gebäude und auf befestigten Flächen. Das kann zu folgenden Problemen führen:
- Feuchtigkeit im Fundament und Keller, die langfristig Schimmel und Risse verursachen kann.
- Rückstau im Abwassersystem, bei dem Schmutzwasser in Kellerabläufe oder Toiletten gedrückt wird.
- Erosion und Schäden an Gartenflächen oder Pflasterungen, wenn Wasser unkontrolliert abfließt.
Eine gezielte Regenwasserbewirtschaftung schützt also nicht nur das eigene Haus, sondern entlastet auch die öffentliche Kanalisation.
Das richtige Gefälle rund ums Haus
Ein entscheidender Punkt ist das Geländeprofil rund um das Gebäude. Der Boden sollte vom Haus weg geneigt sein, damit Regenwasser nicht am Fundament stehen bleibt. Als Faustregel gilt: ein Gefälle von mindestens 2 cm pro Meter in den ersten drei Metern vom Haus weg.
Ist das Gelände ungünstig geformt, kann man es mit Erde oder Kies anpassen. Direkt an der Hauswand sollte kein dichter Belag liegen – ein schmaler Kiesstreifen sorgt dafür, dass Wasser versickern und abfließen kann.
Dachrinnen und Fallrohre regelmäßig reinigen
Dachrinnen und Fallrohre sind die erste Verteidigungslinie gegen Regenwasser. Werden sie durch Laub oder Schmutz verstopft, läuft das Wasser über und gelangt direkt an die Fassade.
- Reinige Dachrinnen mindestens zweimal im Jahr – im Frühjahr und im Herbst.
- Prüfe, ob Fallrohre frei sind und alle Verbindungen dicht halten.
- Achte darauf, dass das Wasser vom Fallrohr weggeleitet wird – entweder in die Kanalisation, eine Versickerungsanlage oder eine Regentonne.
Ein Laubfang oder Filtereinsatz in der Dachrinne kann helfen, Verstopfungen zu vermeiden.
Regenwasser auf dem Grundstück versickern lassen
Wer Regenwasser auf dem eigenen Grundstück zurückhält, entlastet die Kanalisation und spart Gebühren. In vielen Gemeinden wird die Niederschlagswassergebühr nach der versiegelten Fläche berechnet – wer Regenwasser versickern lässt, kann also Geld sparen.
Zwei bewährte Lösungen sind:
- Versickerungsrigole (Faskine): ein unterirdischer Hohlraum aus Kies oder Kunststoffmodulen, in dem das Wasser langsam in den Boden einsickert.
- Regenbeet (Mulden-Rigolen-System): eine bepflanzte Vertiefung, in die das Wasser geleitet wird. Die Pflanzen nehmen Feuchtigkeit auf und fördern die Verdunstung.
Vor der Installation sollte geprüft werden, ob der Boden ausreichend durchlässig ist. Ein Fachbetrieb oder die örtliche Wasserbehörde kann hierzu beraten.
Rückstau und Überlastung der Kanalisation vermeiden
In vielen älteren Gebäuden sind Regen- und Schmutzwasserleitungen noch gemeinsam angeschlossen. Bei Starkregen kann das System überlastet werden – mit der Folge, dass Abwasser in den Keller zurückgedrückt wird.
Zur Vorbeugung empfiehlt sich:
- Trennung von Regen- und Schmutzwasser, sofern die Kommune dies zulässt.
- Einbau eines Rückstauverschlusses in Kellerabläufen.
- Nutzung von Regenwasser in einer Tonne oder Zisterne zur Gartenbewässerung – das spart Trinkwasser und Gebühren.
Einige Städte und Gemeinden fördern Maßnahmen zur dezentralen Regenwasserbewirtschaftung (z. B. über LAR-Programme – „Lokale Abwasserableitung und Regenwassernutzung“). Es lohnt sich, nach Fördermöglichkeiten zu fragen.
Ganzheitlich denken – vom Dach bis zum Garten
Effektives Regenwassermanagement bedeutet, das gesamte Grundstück als System zu betrachten. Vom Dach über die Rinnen und Fallrohre bis hin zu Wegen, Beeten und Rasenflächen sollte das Wasser einen klaren, sicheren Weg finden.
Kombiniere mehrere Maßnahmen: ein gutes Geländegefälle, saubere Dachrinnen, eine Versickerungsanlage und vielleicht ein Regenbeet. So schützt du nicht nur dein Haus und die Kanalisation, sondern trägst auch zu einer nachhaltigen Wasserwirtschaft bei.
Eine lohnende Investition
Regenwasser vom Haus wegzuleiten ist mehr als nur eine technische Pflicht – es ist eine Investition in die Langlebigkeit deines Hauses und in deine eigene Sicherheit. Mit überschaubarem Aufwand lassen sich teure Feuchtigkeitsschäden vermeiden und gleichzeitig Umwelt und Infrastruktur entlasten.









